Nach 18 Jahren erwacht Schloss Marienlyst zu neuem Leben
Tausende von ehrenamtlichen Stunden, fast 15 Jahre beharrlicher Arbeit und Spenden in Höhe von 16,1 Mio. DKK haben es ermöglicht, das ehemalige königliche Lustschloss zu erhalten und zu restaurieren.
Am Freitag, den 18. September, wird der Neubeginn des Schlosses für geladene Gäste und die Presse gefeiert, und am Samstag, den 19. September, wird die neue Ausstellung „Paradies für alle Zeiten“ für die Öffentlichkeit eröffnet.
Im Mai 2026 wurde Schloss Marienlyst nach 18 Jahren wiedereröffnet. Mit der offiziellen Feier und der neuen Ausstellung beginnt die nächste Phase für das Schloss.
Danach können die Gäste die restaurierten historischen Räume und die Ausstellung „Paradies für alle Zeiten“ erleben sowie das Café „Kongens Køkken“ besuchen.
Das Ziel ist es, ein lebendiges Jahresprogramm mit unter anderem einem Gartenfest, Weihnachten auf dem Schloss, Vorträgen, Gesprächsrunden und Konzerten zu schaffen. Ein zentraler Bestandteil des Programms wird die Vermittlung der Geschichte des Schlosses, der Gärten und der Gartenkunst durch fachliche und kulturelle Erlebnisse sein. Gleichzeitig soll das Schloss einen Rahmen für Treffen, besondere Anlässe und neue Gemeinschaften bieten.
Die Restaurierung ist nicht das Ende der Geschichte, sondern der Beginn eines neuen Lebens für das Schloss
Mit der Ausstellung „Paradies für alle Zeiten“ eröffnen wir eine Erzählung, die ihren Ausgangspunkt in Marienlyst nimmt und die Besucher durch Jahrhunderte europäischer Gartenkunst führt. Gleichzeitig sollen die historischen Räume mit Erlebnissen, Geschichten, Mahlzeiten, Begegnungen und Gemeinschaften gefüllt werden. Schloss Marienlyst soll ein Ort sein, an dem Geschichte nicht nur bewahrt, sondern ins Spiel gebracht wird und für die Menschen von heute Bedeutung erlangt.
„Paradies für alle Zeiten“ schlägt ein neues Kapitel des Schlosses auf
Im Mittelpunkt der Eröffnung steht die neue Ausstellung „Paradies für alle Zeiten“, die die eigene Geschichte von Schloss Marienlyst zum Ausgangspunkt nimmt und die Besucher durch Jahrhunderte europäischer Gartenkunst führt.
Die Ausstellung zieht Verbindungen unter anderem nach Italien, Frankreich, England und Deutschland. Von dort aus haben Ideen im Laufe der Zeit sowohl die Gärten von Marienlyst als auch die europäische Auffassung des Gartens als Kunstform, Machtsymbol, Zufluchtsort und Vorstellung vom Paradies geprägt. Die königliche Geschichte des Schlosses und die Verbindungen zu Europas Architektur und Gartenkunst verleihen Marienlyst eine Erzählung, die weit über die Grenzen Dänemarks hinausreicht.
Durch Text und Bilder erzählt die Ausstellung nicht nur von der Gestaltung der Gärten, sondern auch von den Gedanken, Menschenbildern und Gesellschaftsidealen, die dahinterstecken.
Die Gartenkunst erzählt, wie Menschen sich im Laufe der Zeit die Natur, die Schönheit und das gute Leben vorgestellt haben. Mit „Paradies für alle Zeiten“ möchten wir diese Erzählung öffnen und gleichzeitig den Gästen Lust machen, die eigenen Gärten von Marienlyst weiter zu erkunden.
Freiwillige änderten die Zukunft des Schlosses
Der Weg zur Eröffnung begann zu einem Zeitpunkt, als die Zukunft von Schloss Marienlyst ungewiss war und ein Verkauf des kommunalen Schlosses an Private auf der politischen Tagesordnung der Gemeinde Helsingør stand. Dies rief Bedenken hinsichtlich des zukünftigen öffentlichen Zugangs und der Bewahrung des einzigartigen Kulturerbes des Schlosses, einschließlich der historischen Räume und Interieurs, hervor.
Als Alternative zu einem Verkauf ergriffen engagierte Bürger aus Helsingør und Umgebung zusammen mit Fachleuten und Kulturschaffenden aus anderen Teilen des Landes die Initiative, die zu den „Freunden von Schloss Marienlyst“ führte. Sie entwickelten die Vision, dass das Schloss in öffentlichem Besitz bleiben und wieder als lebendiger Ort mit Vermittlung, kulturellen Aktivitäten, Café und sozialem Engagement geöffnet werden sollte.
Ein breite Mehrheit im Stadtrat von Helsingør beschloss später, dass das Schloss in kommunalem Besitz bleiben sollte. Die Entscheidung war entscheidend, aber der Weg von der politischen Unterstützung zur Finanzierung und Restaurierung war lang und schwierig. Der Verein setzte die Arbeit an der Entwicklung des Projekts fort, schuf Aktivitäten und suchte nach Fördermitteln. Nach mehr als zehn Jahren gelang es, die 16,1 Mio. DKK zu sichern, die die Realisierung des Projekts ermöglichten.
Es ist ein großer und bewegender Meilenstein. Über viele Jahre hinweg haben Freiwillige und Unterstützer unermüdlich daran gearbeitet, dass Schloss Marienlyst wieder seine Türen öffnen und ein lebendiger Ort werden konnte.
Ohne ihre Beharrlichkeit, die entscheidende Unterstützung der Stiftungen und die breite Unterstützung wären wir nie so weit gekommen. Die Eröffnung ist daher auch eine Hommage an all jene, die an die Zukunft des Schlosses glaubten.
Vom königlichen Lusthaus zum lebendigen Kulturort
Schloss Marienlyst wurde ursprünglich 1587–88 als königliches Lusthaus Lundehave für Friedrich II. in Verbindung mit Schloss Kronborg erbaut. Um das Lusthaus herum wurde ein von Mauern umgebener Renaissancegarten angelegt.
In den Jahren 1759–64 baute und erweiterte der französische Architekt Nicolas-Henri Jardin das Schloss und gab ihm die heutige Hauptform. Jardin schuf gleichzeitig die einzigartigen historischen Innenräume des Schlosses und legte einen neuen Garten an.
Schloss Marienlyst gilt als Hauptwerk der dänischen Architektur und ist eines der frühesten Beispiele des Louis-seize-Stils in Dänemark. Das Schloss und der Garten stehen unter Denkmalschutz und sind Eigentum der Gemeinde Helsingør.
Die Gärten von Marienlyst waren im Laufe der Zeit von der Renaissance, der klassizistischen und der romantischen Gartenkunst geprägt. Der heutige Garten wurde vor gut 100 Jahren von dem Gartenarchitekten G.N. Brandt als Neuinterpretation der früheren klassizistischen Gartenanlage geschaffen.
Kulturerbe mit sozialer Verantwortung
Schloss Marienlyst soll nicht nur das Kulturerbe bewahren und vermitteln, sondern auch Möglichkeiten für
Menschen schaffen. Als Teil der sozialökonomischen Arbeit ist es das Ziel, in enger Zusammenarbeit mit Gemeinden, Bildungseinrichtungen und anderen Akteuren Arbeits- und Lernprozesse zu entwickeln, in denen junge Menschen und Erwachsene Kompetenzen aufbauen, Orientierung finden und den nächsten Schritt in Richtung Ausbildung oder Arbeit machen können.
Die Prozesse basieren auf dem täglichen Betrieb von Schloss Marienlyst als lebendiger Kulturort.
Die Teilnehmer lernen nicht aus der Ferne über das Arbeitsleben, sondern üben sich durch konkrete, notwendige und sinnvolle Aufgaben. Zusammen mit Mitarbeitern und Freiwilligen tragen sie dazu bei, das Schloss in historischen Rahmen zu betreiben, zu vermitteln und zu entwickeln, wo ihre Arbeit eine echte Bedeutung hat.
Für junge Einheimische ab 15 Jahren kann ein Nebenjob auf dem Schloss die erste Begegnung mit dem Arbeitsleben sein und ihnen Erfahrung im Verantwortungsübernehmen geben und spüren lassen, dass ihre Arbeit etwas bewirkt.
Die Erfahrungen sollen gleichzeitig die Grundlage für ein Marienlyst Slot-Modell bilden, das andere Kulturstätten und Unternehmen dazu inspirieren kann, den täglichen Betrieb, das Lernen und die soziale Verantwortung zu verbinden und neue Wege zu Ausbildung und Arbeit zu schaffen.
Die Restaurierung ist abgeschlossen – jetzt muss der Betrieb gesichert werden
Die umfassende Innenrestaurierung, die Einrichtung des Cafés Kongens Køkken und die Ausstellung „Paradies für alle Zeiten“ wurden mit Spenden in Höhe von insgesamt 16,1 Mio. DKK finanziert. Der Aage og Johanne Louis-Hansens Fond hat 10,9 Mio. DKK beigesteuert, während der Augustinus Fonden 5,2 Mio. DKK beigesteuert hat.
Die Unterstützung der Stiftungen hat somit den physischen und inhaltlichen Rahmen für das neue Leben des Schlosses geschaffen.
Kongens Køkken ist Teil der gesamten Vermittlung und des Gasterlebnisses des Schlosses und soll gleichzeitig Einnahmen für den Betrieb beisteuern. Die Spenden decken jedoch weder die Betriebsaufnahme noch den täglichen Betrieb ab.
S/I Marienlyst Slot erhält keine feste kommunale oder staatliche Betriebsbeihilfe und befindet sich daher in einer wirtschaftlich vulnerablen Anlaufphase ohne Eigenkapital oder eine Betriebsreserve zur Bewältigung von Schwankungen und unvorhergesehenen Ausgaben.
Die Institution arbeitet intensiv daran, eine nachhaltige finanzielle Grundlage durch eigene Einnahmen, Aktivitäten, Partnerschaften und Fundraising zu schaffen.
Im Zusammenhang mit der offiziellen Eröffnung startet S/I Marienlyst Slot eine Crowdfunding-Kampagne im Rahmen einer öffentlichen Sammlung. Hier erhalten Privatpersonen, Vereine und Unternehmen die Möglichkeit, dazu beizutragen, dass das Schloss geöffnet bleibt, neue Erlebnisse entwickelt und eine robustere Grundlage für den zukünftigen Betrieb geschaffen wird.
Schloss Marienlyst ist weit gekommen, aber noch nicht am Ziel. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob das neue Leben auf dem Schloss Wurzeln schlagen und sich entwickeln kann.